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📰 Leitartikel: Auswertung Abductionbase

📰 Leitartikel: Auswertung Abductionbase
Die Forschungsplattform Abductionbase hat zwei bedeutende Funktionserweiterungen erhalten, die aus einer reinen Fallsammlung ein echtes Arbeitswerkzeug machen. Die Neuerungen umfassen ein umfangreiches, visuelles Nachschlagewerk zur standardisierten Klassifizierung sowie ein System zur globalen Gesamtauswertung. Statt einfacher Freitexte ermöglicht das System nun eine methodische Erfassung und das automatische Erkennen von statistischen Mustern im Datenbestand. Der vollständige Bericht im Anschluss erläutert die genaue Funktionsweise dieser Werkzeuge, zeigt erste Analyseergebnisse und erklärt deren methodische Grenzen. Hier geht es zum Leitartikel!ʬ

Freitag, 29. Mai 2026

Simulationshypothese und
das Sommerkleid meiner Mutter

Einzelne Phänomene werden oft erst dann zum Phänomen, wenn sie einen Namen erhalten. Ein passendes Beispiel ist „Missing 411“ von David Paulides:
Bevor der Begriff geprägt und phänomenologisch ausgelotet wurde, tauchten bizarre Vermisstenfälle zwar auch in der grenzwissenschaftlichen Literatur auf, erregten als isolierte „Einzelfälle“ jedoch kaum Aufmerksamkeit.
Erst als deutlich wurde, wie viele Menschen unter vergleichbaren mysteriösen Umständen verschwunden waren, gewann das Rätsel öffentliche und mediale Beachtung.
Ganz ähnlich verhält es sich mit JOTT („just one of those things“). Bevor dieser – für sich genommen wenig aussagekräftige – Ausdruck kursierte, war den meisten vermutlich nicht bewusst, wie häufig Alltagsgegenstände verschwinden und an den unmöglichsten Orten wieder auftauchen.
Bei meinem Kollegen Peter Kleinschmidt war es eine Blumenvase, die auf einen festlich gedeckten Tisch gestellt worden war und beim nächsten Betreten des Raumes plötzlich fehlte. Die Suche – in der Wohnung befanden sich ausschließlich mein Kollege und seine Frau – blieb erfolglos.
Erst nachdem die Gäste eingetroffen waren, tauchte die Vase wieder auf: auf dem Küchentisch, wo zuvor Speisen zubereitet und angerichtet worden waren. Sie wäre den beiden zweifellos aufgefallen. Keiner der Gäste hatte die Küche betreten.
Eine ähnliche Episode erlebte ich 1977 oder 1978. Wir waren damals frisch nach München gezogen, und meine Mutter hatte sich ein neues Sommerkleid zugelegt, das selbstverständlich der Öffentlichkeit präsentiert werden sollte.
Für mich begann die Angelegenheit damit, dass sie in mein Zimmer kam und fragte, ob ich das Corpus Delicti versteckt habe. Sie habe es vom Kleiderschrank auf das Bett gelegt; nachdem sie sich jedoch anderen Dingen zugewandt hatte, sei es nicht mehr auffindbar gewesen.
Gesucht wurde so lange, bis mein Vater nach Hause kam. Sechs Augen durchkämmten die Wohnung – ohne Ergebnis. Meine Mutter zog schließlich ein anderes Kleid für den geplanten Spaziergang an.
Als wir zurückkehrten – sämtliche Türen standen infolge der Suche offen –, entdeckten wir das Kleid auf dem Bett, exakt dort, wo meine Mutter es zuvor abgelegt hatte.
Was in der fraglichen Zeit damit geschehen war, wissen wohl nur die Götter. Der Vorfall blieb einmalig; Poltergeistaktivitäten waren uns nicht bekannt.
Im Lichte der Simulationshypothese erscheint mir jedoch denkbar, dass bei fehlerhafter „Programmierung“ Objekte – womöglich sogar Menschen – kurzfristig aus dem System „herausgerechnet“ werden. Sie verschwinden spurlos, tauchen später wieder auf oder bleiben für immer fort.
Die menschlichen „Probanden“ berichten in solchen Zusammenhängen häufig von Realitätsverschiebungen, etwa dem sogenannten „OZ-Faktor“, und anderen Kuriositäten, die darauf hindeuten könnten, dass man gewissermaßen an den Rand der Matrix gelangt ist.
Bemerkenswert an den geschilderten Beispielen ist, dass sowohl die Vase meines Kollegen als auch das Kleid meiner Mutter neu waren. Vielleicht waren sie im jeweiligen Haushalt noch nicht „festgeschrieben“, noch nicht vollständig im System gespeichert!ʬ