Die „Bell Witch“, als Thema der amerikanischen Paraszene, hat mich immer etwas abgeschreckt, da ich davon ausgegangen bin, dass ähnliche „Phänomene“ wie in Salem eine Rolle spielten. Erst ein Interview zum Thema hat mich dahingehend etwas erleuchtet.
Tatsächlich hat die „Bell Witch“ mit Hexerei und Hexen so viel zu tun wie fliegende Untertassen mit Meißner Porzellan. An sich müsste das Ganze „Bell Poltergeist“ heißen, oder fast noch passender, „Bell Orbs“.
Angefangen hatte der ganze Spuk im Jahr 1817, dem Jahr ohne Sommer, in Robertson County, Tennessee, auf einem Areal, in dessen Nähe 1859/60 die Stadt „Adams Station“ gegründet werden sollte, als die „Edgefield and Kentucky Railroad“ gebaut wurde.
Besonders involviert war die Familie von John und Lucy Bell, damals mit sieben Kindern gesegnet, die alle auf einer frisch bezogenen Farm lebten. Eines der Kinder war Richard Williams Bell, der die Ereignisse in Form eines Tagebuches notiert hatte.
Auf diese Aufzeichnungen und diverse andere Zeugenprotokolle griff Martin Van Buren Ingram zurück, der sein Buch „An Authenticated History of the Famous Bell Witch“, dessen Inhalt uns hier beschäftigen soll, 1894 veröffentlicht hat!
Das ist deshalb interessant, da zu der Zeit die gegenseitigen Wechselwirkungen von Paraphänomenen noch völlig unbekannt waren und wir dessen ungeachtet „Keeliana“ erster Güte gereicht bekommen, noch lange bevor Keel überhaupt geboren worden war!
Die Beteiligten und das Phänomen
Es gibt in der ganzen Angelegenheit eine merkwürdige Fixierung auf die Tochter Elisabeth (alias Betsy), damals um die 13 Jahre alt, nicht etwa vom Phänomen, sondern von der „Bell Witch Forschungsgemeinde“!
Dies ist wohl dem Umstand geschuldet, dass man in der Parapsychologie versucht, Poltergeisterscheinungen kleinen Mädchen in die Schuhe zu schieben, was jedoch in diesem Fall völlig an den überlieferten Phänomenen vorbeigeht!
Der Spuk betraf die ganze Gegend und die dort lebenden Menschen, nicht nur die Familie Bell! Das „Intro“ der Geschichte erinnert mich stark an die Vorkommnisse auf der Skinwalker Ranch.
Wie schon erwähnt, befinden wir uns im Jahr 1817, als Vater Bell ein bizarres, hundeähnliches Geschöpf auf seinem Grund und Boden bemerkte und auf dieses das Feuer eröffnete, um seinen Viehbestand zu schützen. Die Kreatur entkam unverletzt.
Kurz darauf erschien eine vogelartige Entität von beachtlicher Form und unbekannter Art, die ebenfalls unter Feuer genommen wurde und entkam, ohne Federn zu lassen! Man denkt unweigerlich an die diversen „Big Wing“ Figuren der Amerindian Mythen!
Überhaupt scheinen Poltergeister ausgesprochen „animalisch“ zu sein, sodass man an quasi-intelligente Tiergeister oder eben den Wildnisgeist denken könnte!
Betsy bemerkte bei einem Gang in den Wald ein grün angezogenes, fremdartig wirkendes Mädchen, welches hoch oben auf einer Eiche saß und wie wild auf einem Ast schaukelte.
Solche „Stranger“ sollten von da an immer wieder auftauchen, wahlweise auf einem Zaun sitzend oder in Büschen hockend, um so spurlos zu verschwinden, wie sie aufgetaucht waren.
Dass man auch sie erfolglos unter Feuer genommen hat – immerhin sind wir in Tennessee –, kann nicht verwundern, wenn man sich mit der Skinwalker-Ranch beschäftigt hat und so ungefähr zu ahnen beginnt, wie das Phänomen „funktioniert“!
Einem Nachbarn fiel ein absurd großer, schwarzer Hund auf, der seinen Weg kreuzte und immer wieder auch die Landarbeiter (alias Sklaven) der Bells heimsuchte, wahlweise mit einem, zwei oder keinem Kopf!
„Alien Black Dogs“ {ABD} sind auf diesem Blog zwischenzeitlich ein Evergreen, unabhängig davon, ob sie nun in Tennessee oder andernorts beobachtet werden!
Die Vorfälle blieben nicht nur „äußerlich“! Ein kontinuierliches, rättisches Nagen, Kratzen und Ratzen erfüllte von nun an das Haus, zu laut, um auf echte Ratten schließen zu lassen. Hinzu gesellte sich heftiges Klopfen auf Türen und Wände, wobei sich kein Verursacher verifizieren ließ!
Geplagt wurde man auch von infantilen Streichen, etwa dem Abziehen von Decken bei Schlafenden, was gelegentlich zu einem echten „Tauziehen“ führte, welches von den Bells immer verloren wurde!
Kräftige Maulschellen wurden verteilt, demokratisch an alle Familienmitglieder, und Betsy gab an, von dem Unsichtbaren gestochen worden zu sein.
In einem besonderen Fokus stand jedoch Vater Bell! Weil er auf die Eindringlinge gefeuert und sich so übernatürliche Feinde gemacht hatte? Wir wissen es nicht!
Bigfoot etwa, ist ohne begleitende Lichtkugeln kaum noch vorstellbar, und dass sich diese „illuminierten“ Phänomene entlang von Wegen, Strecken und Straßen bewegen, geht aus den überlieferten Protokollen hervor!
OK, es hat mich nicht verwundert, dass unweit der Farm die öffentlich zugängliche „Brown’s Ford and Springfield road“ verlief, an der Lichtkugeln und Lichter flanierten und allerhand Phantome zugange waren.
Dass diese Lichter sich auf dem Grund und Boden der Bells herumtrieben, ist auch überliefert worden. Dieser Aspekt taucht in den Erinnerungen von Richard Williams Bell immer wieder auf! Vergesst also die „Hexe“, lasst uns lieber über die Lichter nachdenken!
Die Ereignisse wurden von den Bells als „Our Family Trouble“ bezeichnet! So war auch der Titel von Richard Williams Bells Erinnerungen an jene aufregende Zeit!
Die Vorfälle spielten sich dabei gerne zwischen 1 & 3 Uhr morgens ab. Neuere Phänomene waren „Steinfallgeräusche“, ohne dass Steine gefunden wurden, und das Erschallen einer Stimme, die zuerst in „fremden Zungen“ sprach, sich dann jedoch des Amerikanischen bemächtigte, um – wie alle Poltergeister – jede Menge Unsinn über die eigene Vita zu verkünden, wir kennen das ja!
Nebenbei erwachten die Bells oft mit verfilztem Haar – wer denkt da nicht an die phantastische Flechtkunst von Bigfoot und anderen Elementarwesen, die harmlosen Nutztieren über Nacht Dreadlocks zusammenwickeln?
Nachdem die unbekannte Intelligenz anfangs nur über Klopfgeräusche kommuniziert hatte, verkündete sie also bald akustisch, dass sie eine „unglückliche Seele“ sei, deren physische Überreste sich auf dem Land der Bells befanden.
Dann sei sie die Seele eines verstorbenen Immigranten, der auf besagtem Grund und Boden einen Schatz vergraben hatte, um dann in vier Einzelpersönlichkeiten zu „zerfallen“. Die Bells gruben ihr Land um, fanden aber nichts und wurden von dem Poltergeist ausgelacht!
Erstaunlich war die „Menschenkenntnis“ der Entität. Nachdem die Vorfälle bei den Bells im County die Runde machten, stellten sich diverse Fremde ein, die von der körperlosen Stimme gleich entsprechend „begrüßt“ wurden!
Einer hatte ein Schafsfell geklaut, ein anderer eine junge Frau aus dem Haus ihres Vaters gezerrt – durchs Fenster! – und dabei verletzt. Dieb und Entführer waren ob der Enthüllungen wenig entzückt und verschwanden so bald als möglich!
Signifikant sind die Manipulationsversuche des Poltergeistes. So bezichtigte er etwa eine Nachbarin, Kate Batts, eine Hexe beauftragt zu haben, die Bells durch ihn heimzusuchen.
Beweise fanden sich natürlich nicht, aber der Dorfklatsch machte die Runde und der Poltergeist erhielt den Nicknamen „Kate“, auch wenn dessen Stimme mal geschlechtslos, metallisch, weiblich oder männlich war. Man kann durchaus behaupten, dass die Entität (?) mit gespaltener Zunge sprach, also log, was das Zeug hielt!
Als ich einen spezifischen Part des Buches gelesen habe, musste ich gleich an die „verführerische“ Schlange bei Adam & Eva denken bzw. an H. P. Lovecrafts Geschichten!
William Porter war ein Freund der Familie und half, wo er konnte. Er wusste wohl nicht, dass Poltergeister sich auch als Stalker betätigen können.
Porter packte den Eindringling und wollte ihn in den brennenden Kamin werfen, was jedoch misslang, da sich die „Schlange“ in seinen Armen aufgelöst hatte.
Noch mehr Orbs und laute Musik
Auch nach dem Tod von Vater Bell {1820} und Mutter Bell {1828} flogen Lichter in dem Areal herum und war laute Musik zu hören. Da denkt man natürlich sofort an die musikalischen Talente der keltischen Feen oder ein Erlebnis des deutschen „UFO-Technikers“ Gerhard Gröschel, dem in Sizilien „aufgespielt“ wurde:
Dass solche Phänomene gerne dort stattfinden, wo es in der Vergangenheit besonders blutig zugegangen ist, ist nicht unbekannt: Die Schlachtfelder des Dreißigjährigen Krieges etwa, waren noch über Jahrhunderte hinweg Hotspots für Lichtkugeln und allen möglichen Spuk.
Die Farm der Bells lag am Rande des Red River, der diesen Namen erhielt, nachdem die ersten weißen Siedler unter Moses Renfroe von den lokalen Amerindians skalpiert worden sind und deren Blut den Fluss rot gefärbt haben soll!
Etwas paradox ist die bereits erörterte Verbindung der polternden Anomalie zu schwarzen Hunden. Gerade den Sklaven begegnete diese in dieser Form.
Sie selbst gab sich dabei u. a. den Nicknamen „Black Dog“! Der „Abgang“ war oft dramatisch, etwa wenn der schwarze Hund in Funken zerstob und so verschwand.
Nach dem Tod der Eltern Bell wurde das Haus abgebaut und zur Familie von Levi Smith unweit Brown’s Ford gebracht und dort neu errichtet. Das hölzerne „Gemäuer“ selbst trug den Keim des Phantoms nicht in sich, der Spuk blieb dem Ort aber treu!
Resümee & Schlussfolgerung
Ich neige nicht wirklich dazu, den „Anderen“ etwas zu glauben. Wenn etwa Ufopiloten fabulieren, sie kämen von fremden Sternen, kann ich nur schmunzeln, und dass Poltergeister in erster Linie Manipulatoren sind, hat sich auch hier wiederholt gezeigt.
Doch wenn die Entität angab, jede physische Form annehmen zu können, müssen wir ihr das wohl glauben, da sie es durch entsprechende „Materialisationen“ hinlänglich bewiesen hat!
Interessant ist auch diese, in eine Frage verpackte, Aussage des Poltergeistes:
„I live in the woods, in the air, in the water, in houses with people; I live in heaven and in hell; I am all things and anything I want to be now. Now don’t you know what I am?“
Daraus geht recht gut hervor, dass wir es mit einer Entität zu tun haben, welche die Raum-Zeit manipulieren kann, auf der anderen Seite jedoch so infantil ist, dass sie ihre Freizeit damit verbringt, Farmern Streiche zu spielen! Gibt es im Universum nichts Besseres zu tun?
Die gelegentliche „festphysische“ Erscheinung bestätigte auch ein Major Geraldus Pickering, der bei den Bells nächtigte und nachts an den Füßen angefasst wurde. Er trat die Gestalt, die zu Boden fiel und darauf verschwand!
Ich hatte schon früher darauf hingewiesen, dass die Poltergeisterei einer Neubetrachtung bedarf. Nicht irgendwelche „Geister“ manifestieren sich da, und noch weniger sind die Verursacher Girls in der Pubertät!
Viel mehr handelt eine nichtphysische, wahrscheinlich in „höheren Räumen“ befindliche Intelligenz, welche unsere Realität manipulieren kann und in einer merkwürdigen Wechselwirkung zu UFO-Orbs steht.
Möglich, dass diese Lichtkugeln individuelle Intelligenz darstellen und noch hinter ganz anderen Phänomenen stecken! Es bleibt spannend!ʬ