Meine U-Bahn-Lektüre der vergangenen Tage (2021) war DIE BROOKLYN REVUE von Paul Auster. Thematisiert wurde darin auch das Begräbnis des amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe.
Letzterer ist meiner Meinung nach völlig überschätzt, aber dessen ungeachtet ein berühmter Wortheld! Zitat:
„1849 wurde er in Baltimore begraben, aber erst sechsundzwanzig Jahre später wurde auf seinem Grab ein Stein errichtet. […] Der Steinmetz hatte seinen Betrieb direkt unterhalb eines Eisenbahndamms. Kurz bevor die Beschriftung des Grabsteins fertig war, kam es zu einer Entgleisung. Der Zug stürzte in den Hof und zertrümmerte den Stein, und da der Verwandte nicht genug Geld hatte, einen neuen in Auftrag zu geben, musste Poe ein Vierteljahrhundert lang in einem namenlosen Grab verbringen.“ (S. 173)
Dass die Entgleisung genau dort stattfand, wo sie stattfand, ist ebenso morbid wie viele Geschichten Poes; dieser Vorfall hätte recht gut in einen seiner Romane gepasst!ʬ