Der Ludwig-Verlag hat fünf Bücher des Autors Wolfgang Johannes Bekh über Prophezeiungen bayerischer – und anderer – „Seher“ zusammengefasst und als Paperbacks in einem Schuber veröffentlicht.
Was mich beim „Studium“ dieser erstaunt hat, war, WIE die „Seher“ sahen, also ihre „Visionen“ wahrnahmen.
Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass sich diese „Gesichte“ nebulös, traumartig präsentieren, vielleicht wie Erinnerungen oder Tagträume. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall!
Ziemlich übereinstimmend ist von einem, in chronologischer Reihenfolge, vor den Augen ablaufenden „Film“ die Rede. Zur Orientierung tauchen „Landkarten“ auf oder ein Blick auf die Erde von „oben“, dazu werden Jahreszahlen „eingeblendet“! Heute würde man so ein informatives YouTube-Video erstellen!
Alois Irlmaier sah den „Film“, zur Geografie einen „Globus“, Ansicht der Erde von oben, daneben tauchten Zahlen auf, die er jedoch meist nicht oder nur falsch deuten konnte! [Buch: „Alois Irlmaier“, Autor siehe jeweils oben!]
Der „Elsische Junge“ – ein Bauer aus Elsen bei Paderborn, der zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert lebte, beschrieb ebenfalls filmartig auftretende Visionen, natürlich mit den Worten seiner Zeit. [Buch: „Am Vorabend der Finsternis“]
Über Josef Kugelbeers „Eingebungen“ [ein Flickschuster aus Lochau bei Bregenz, Vorarlberg, 1922] steht zu lesen: „… sie liefen ab wie ein Farbfilm im Kino“. [Buch: „Das Dritte Weltgeschehen“]
Josef Albrecht aus Hausen bei Bertholdshofen [1891–1976] sah nicht nur besagten „Film“, sondern auch „eine Landkarte von Mitteleuropa, so groß wie eine Hauswand“. [Buch: „Das Dritte Weltgeschehen“]
Ein anonymer „Prophet“, ein Bauer aus dem Waldviertel, Österreich, sah „bei geöffneten Augen so etwas wie einen Film ablaufen“. […] In den Winkeln der Augen bleibe der Hintergrund des Zimmers erkennbar, vor dem, in der Mitte des Auges, das Geschehen abrolle. [Buch: „Das Dritte Weltgeschehen“]
Besonders anschaulich wurden die „Projektionen“ bei Anton Johansson, einem Bauern und Fischer aus Norwegen [1858–1929]:
Stellenweise überblickte er dabei „aus gewaltiger Höhe den ganzen Erdteil“, um den es in der „Schauung“ gerade ging. [Buch: „Bayerische Hellseher“]
Diese oft beschriebene „Weltraumperspektive“ ist interessant, wenn man bedenkt, dass auch immer wieder von „Himmelszeichen“ in den Prophezeiungen die Rede ist, die als Vorboten der Ereignisse verstanden wurden und werden.
Offenbar gibt es da jemanden, der „idiotensichere“ Botschaften verschickt, die kommende Ereignisse ankündigen sollen. Sind das „Videoclips“ aus der Zukunft, oder von woanders?!ʬ
Die Vision von Valley Forge
Momentan lese ich die George-Washington-Biografie von Franz Herre. Dabei ist mir eingefallen, dass in den USA die „Vision von Valley Forge“ ein großes Thema ist.
Im Dezember 1777, im Unabhängigkeitskrieg gegen Großbritannien, sah es für die Amerikaner nicht gut aus, und Washington zog seine restlichen Truppen in Valley Forge, Pennsylvania, zusammen.
Dass die Lage desaströs war, hing vor allem damit zusammen, dass Washington und seine Männer gegen die Mehrheit der Bevölkerung agierten!
Zwei Drittel der in Amerika lebenden Briten wollten beim Mutterland verbleiben, und der Rest wollte die Unabhängigkeit verhandeln und nicht gegen die eigenen Leute kämpfen.
Tatsächlich wurde die Unabhängigkeit der späteren USA von den Eliten vorangetrieben, die zumeist Freimaurer waren, und auch ihre Unterstützer, die aus Europa heraneilten, gehörten der gleichen Bruderschaft an.
Das Ziel war keine Demokratie, sondern ein Freimaurer-Staat. Folglich wurden die Bürgerrechte auch jenen verweigert, die gegen die Unabhängigkeit waren, ganz zu schweigen von Frauen, Afrikanern und Amerindians!
Washington zog sich von seinen Begleitern zurück, als ihm eine ganz in Weiß gekleidete Gestalt begegnete, die ihm die Zukunft der USA prophezeite.
Man würde den Krieg gegen UK gewinnen und unabhängig werden, es würde später zu einem Bürgerkrieg kommen, und noch weiter in der Zukunft würde sich die ganze Welt gegen die USA verbünden, doch würde man auch diesen Konflikt siegreich überstehen.
Daneben zeigte der Fremde eine Karte der modernen USA (von Küste zu Küste) mit den zukünftigen Bevölkerungszentren.
Quelle der Schilderung war Anthony Sherman, eine Ordonnanz, damals 17 Jahre alt, der dabei war, als Washington den Vorfall berichtete.
Im biblischen Alter von 99 Jahren hat er sie einem Bekannten, Wesley Bradshaw, weitererzählt. Dieser veröffentlichte die Schilderung in der Publikation „National Tribune“, Band 4, von 1880.
Dass das „Überirdische“ sich in das politische Zeitgeschehen mischt, ist nicht ganz unbekannt; man denke hier etwa an Jeanne d’Arc, aka die „
Jungfrau von Orléans“, und deren himmlische Berater!ʬ
Prophezeiungen & Himmelswunder
Das Buch „Nostradamus“ von A. Voldben habe ich zwischenzeitlich abgeschlossen. Zwar firmiert der französische Prophet als Namensgeber des Werkes, doch werden auch andere Seher erwähnt und zitiert. Zwei von ihnen schildern Szenarien, die wir auch von Irlmaier kennen!
Ein Bauer namens Jasper aus dem Dortmunder Land lebte im 18. Jahrhundert und verkündete:
„Ich fürchte aus dem Osten einen Krieg, der so plötzlich kommen wird, dass am Abend noch Friede sein wird und am Morgen steht schon der Feind vor der Tür. […]
Die Zeichen dieses Krieges werden sein: Lauheit im Glauben, Verderbnis der Sitten, das Laster wird man Tugend nennen und die Tugend Laster. Die Gläubigen wird man für verrückt halten und die Ungläubigen für erleuchtet.
Dann wird der Feind in endloser Zahl erscheinen … Kampf, Sieg und Flucht werden so schnell aufeinanderfolgen, dass es genügen wird, sich kurze Zeit zu verbergen, um der Gefahr zu entgehen.
Wer sich nicht verstecken wird, wird getötet werden … Der Türke wird einen Augenblick unser Herr sein, aber er wird dann niedergeschlagen werden, so dass nur wenige ins Vaterland zurückkehren werden.“
Auch bei Jasper findet sich der Hinweis auf einen schnellen, plötzlich ausbrechenden Krieg aus Richtung Osten, der aber letztlich für den Angreifer verlustreich ausgeht!
Auch wenn er von Türken als Invasoren ausgeht und nicht von Russen – womöglich schmiedet die Weltlage beide Staaten zu einem Bündnis?!
Im Jahr 1922 hatte ein Bauer aus der Bregenzer Gegend eine Reihe prophetischer Gesichte, die der Benediktinerpater Ellerhorst schriftlich niederlegte:
„Das Unheil wird ganz plötzlich aus Russland kommen: Zuerst wird es Deutschland treffen, dann Frankreich, Italien und England. Überall Tumulte und Zerstörung. […] Drei Tage und drei Nächte lang Dunkelheit. Sie beginnt mit einem fürchterlichen Donner oder Erdbeben.“
Der Hinweis auf die drei finsteren Tage taucht bei fast jeder europäischen Prophezeiung auf – unabhängig von wem oder wann sie gemacht wurde. Angekündigt werden für diese Zeit Millionen Tote!
Bei Marienerscheinungen werden auch Zukunftsprognosen verkündet, doch sind diese so ungenau, dass man aus ihnen nicht schlau wird. Viel interessanter ist da die ufologische Erscheinungsform des himmlischen Wunders!
Die Erscheinung von La Salette
Maximin Giraud (11 Jahre) und Mélanie Calvat (15 Jahre) trieben die Kühe auf die Weide in 1800 m Höhe, in den Bergen bei der kleinen Gemeinde La Salette, südlich von Grenoble.
Am 19. September 1846 begaben sie sich gegen Mittag zu einer kleinen Quelle, wo sie ihr bescheidenes Mahl – Brot und Käse – einzunehmen gedachten.
Während sie bergab gingen, sahen sie plötzlich unten in der Ferne eine hell erleuchtete Lichtkugel: Es sah aus, als „wäre die Sonne dort heruntergefallen“!
Doch da öffnete sich die Kugel plötzlich und eine menschliche Gestalt zeigte sich ihren Blicken. Die Gestalt nimmt die Umrisse einer „schönen Frau“ an, die „ganz aus Licht und Blumen“ besteht und sich auf die Steine des Brunnens setzt; die Ellbogen auf die Knie gestützt und den Kopf in den Händen, nimmt sie die Haltung einer Trauernden ein.
Die beiden Kinder sind bestürzt, aber „die schöne Frau“ erhebt sich: Sie ist groß und majestätisch. Sie sehen, dass sie in der Höhe schwebt, ohne den Erdboden zu berühren: Ihren Kopf umgeben zwei leuchtende Heiligenscheine, und ihr weißes Kleid schimmert wie Perlen.
Die Prophezeiungen der „Ufopilotin“ sind zwar apokalyptisch, allerdings nicht konkret und lassen sich somit nicht mit dem politischen Weltgeschehen abgleichen!ʬ